Neuer Stanzautomat wird in Betrieb genommen

Einen großen Schritt in Richtung Zukunftssicherung machte die H.-J. Dres GmbH – Faltschachteln und mehr mit der Investition in die Visioncut 106. Der Stanzautomat des Schweizer Marktführers Bobst ist eine der modernsten, die es zurzeit auf dem Markt gibt. Insgesamt wurden 800.000 Euro investiert.

„Wir fühlen uns, als würden wir vom Trabi in den modernen Oberklassewagen umsteigen. Der fährt auch und doch ist alles anders“, so Geschäftsführer Jürgen Dres. Die neue Maschine biete einiges an Neuerungen, die den Produktionsprozess präziser und effizierter gestalten. So ermöglicht beispielsweise der Non-Stop-Anleger eine kontinuierliche Produktion während des Stapelwechsels und optimiert somit die Nettoleistung der Maschine.

Das neue optische laterale Registersystem mit kontaktfreier seitlicher Ausrichtung des Stanzbogens bietet einen riesigen Vorteil gegenüber herkömmlichen Systemen. Eine hochempfindliche Kamera erkennt entweder die Bogenkante oder den Druck selbst, je nachdem, welche Option ausgewählt wurde, und richtet jeden Bogen passgenau aus. Ein Doppelbogeneinzug – man kennt das vom heimischen Drucker – wird frühzeitig erkannt. Dadurch wird ein hohes Maß an Sicherheit und Produktionskontinuität gewährleistet.

Absolute Neuheit der Maschine ist der Antrieb mit einer Doppelnockenwelle. Sie ermöglicht eine gleichmäßige Beschleunigung und Verlangsamung des Stanzbogens, was zu einer geringeren Belastung des Bogens und der Maschine insgesamt führt.

Eine sogenannte Centerline-Einrichtung – von Bobst entwickelt und patentiert – ermöglicht die exakte Platzierung der verschiedenen Stanzwerkzeuge, wie dem eigentlichen Stanzwerkzeug und den dazugehörigen Ausbrechwerkzeugen. Die Werkzeuge werden beim Einsetzen in die Maschine automatisch verriegelt und elektronisch überwacht.

Gesteuert wird die Maschine mit dem Cube-System, der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, die ebenfalls eine Bobst-Eigenentwicklung ist. Vom Einrichten und Ausführen des Auftrages mittels Touch-Screen bis zur detaillierten Fehlerdiagnose läuft alles über diese zentrale Schnittstelle. Ergänzt wird das System durch „Highway View“, einem Fernwartungsinstrument, dass es dem Hersteller ermöglicht, im Falles eines Defektes eine erste Diagnose zu erstellen und – wenn nötig – schon Ersatzteile auf den Weg zu bringen, ohne direkt an der Maschine gewesen zu sein. Das spart nicht nur Monteureinsätze, sondern auch Zeit und vermindert Produktionsausfälle.

Zusätzlich wurde in einen sogenannten Schließrahmenwechsler investiert. Dort kann der nächste Auftrag außerhalb der Maschine vorbereitet werden. Die Geschäftsleitung erwartet daher eine deutliche Reduzierung der Rüstzeiten.

Eingeschlossen in die 800.000 Euro teure Investition waren auch einige Umbaumaßnahmen. So musste eine Wand weichen und der 16 cm starke Betonboden auf 60 cm verstärkt werden. „Der Grund war nicht nur das Gewicht der Maschine von 20 Tonnen“, so Geschäftsführer Jürgen Dres, „die höheren Geschwindigkeiten, die mit der neuen Maschine gefahren werden können, erzeugen mehr Schwingungen. Das hätte der alte Boden nicht ausgehalten.“

Schon vor einem Jahr wurde mit den Planungen für den Maschinenkauf begonnen. Im Dezember wurde die Maschine geliefert und begonnen, sie betriebsbereit zu machen. Seit 10. Januar werden die Maschinenführer vom Instruktor der Firma Bobst, Manuel Kalteier, in die Handhabung eingewiesen.

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